Die Armenier*innen sind ein Volk im Exil: Mehr als zwei Drittel des armenischen Volkes lebt heute weit außerhalb seiner ursprünglichen Heimat. Seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. siedelten Armenier im Ursprungsgebiet von Euphrat und Tigris im Osten der heutigen Türkei und weiter östlich in den heutigen Kaukasusrepubliken. Unter König Trdat nahmen die Armenier 301 n.Chr. das Christentum als Staatsreligion an und wurden somit noch vor Konstantinopel der erste christliche Staat der Welt. Zu seinen Blütezeiten ein mächtiges Volk mit einem riesigen Reich zwischen Mittelmeer und Kaspischem Meer, wurden die Armenier*innen im Verlauf ihrer Geschichte – vor allem aber in den vergangenen beiden Jahrhunderten – immer mehr zu einer christlichen Minderheit im Nahen Osten, beherrscht und verfolgt von fremden Mächten.
Ende des 19. Jahrhunderts sind es vor allem Türken und Russen, die die Armenier auf ihren Gebieten wegen ihrer Forderung nach politischen Reformen verfolgen. Schon hier kommt es im Osmanischen Reich zu systematischen Massaker an der armenischen Bevölkerung. Während des Ersten Weltkrieges wird Amenien zum Schlachtfeld russischer und türkischer Armeen. Im Verlauf des Krieges nehmen die Gräueltaten der Türken an den Armeniern zu. Ziel ist eine vollständige ethnische Säuberung“.