Seit dem Zerfall der Sowjetunion existiert seit 1991 die unabhängige Republik Armenien, ein demokratischer Staat im Südkaukasus mit rund drei Millionen Einwohnern – mit der Hauptstadt Jerewan, einem eigenen Parlament und einer Präsidialverfassung nach der Samtenen Revolution 2018. Doch die Mehrheit der Armenier*innen weltweit lebt außerhalb des Landes: Schätzungen zufolge umfasst die armenische Diaspora sieben bis zehn Millionen Menschen. Große Gemeinschaften existieren in Russland, den USA, Frankreich, dem Libanon, Kanada und Iran – viele davon Nachkommen der Überlebenden des Völkermords von 1915. Die Diaspora engagiert sich stark für Armenien und bewahrt Sprache, Traditionen und die armenisch-apostolische Kirche über Generationen hinweg. So ist das armenische Volk heute ein Volk, das zwischen einem jungen Staat und einer weltweiten, eng vernetzten Gemeinschaft lebt – getragen von einer gemeinsamen Geschichte, Sprache und dem Gedenken an die eigenen traumatischen Erfahrungen im 20. Jahrhundert.